Die Geschichte des Tabaks

Der Tabak ist den Menschen bereits seit sehr langer Zeit bekannt. Die Völker Süd- und Mittelamerikas kannten den Anbau von Tabakpflanzen sowie den Genuss von Tabak bereits, bevor die Europäer die Neue Welt überhaupt entdeckten.

Die Tabakpflanze

Die Tabakpflanze Nicotiana tabacum stammt aus dem südamerikanischen Raum und gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanacae), zu der auch andere bekannte Pflanzen wie die Kartoffel, die Tomate oder die Tollkirsche gehören. Die Tabakpflanze tritt in rund 75 verschiedenen Arten auf. Es handelt sich dabei um eine kraut- oder manchmal auch strauchartige Pflanze mit teilweise rötlichen oder violetten Blüten. Der Hauptinhaltsstoff der Pflanze ist das Nikotin. Daneben kommen jedoch noch zahlreiche Alkaloide vor.

Die Entdeckung des Tabaks

In Südamerika wurden die Blätter dieser Pflanze meistens gekaut. Priester und Medizinmänner benutzten die Pflanze auch für rituelle Zwecke und rauchten dabei die getrockneten Tabakblätter. Später wurden die eingerollten Blätter in andere größere Blätter eingepackt und in Form von Zigarren geraucht. Erst mit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus wurde der Tabak auch nach Europa gebracht. Vor allem in Großbritannien verbreitete sich das Rauchen von Tabak ziemlich schnell.

Im 16. und 17. Jahrhundert betrachtete man das Rauchen jedoch als Genussdroge und es wurden einige Rauchverbote verhängt. Man belegte dabei die Einfuhr von Tabak sogar mit hohen Strafzöllen. Im Jahr 1633 wurde im Osmanischen Reich das Rauchen von Tabak rigoros verboten. Man ließ Tabakhäuser niederreißen und auf das Rauchen stand die Todesstrafe.

Im 18. und 19. Jahrhundert übernahm der Tabak seine Rolle als Genussmittel und diente auch zur Erlangung zusätzlicher Steuereinnahmen. In dieser Zeit wurde das Rauchen von Zigarren und Pfeifen gesellschaftlich toleriert und im 19. Jahrhundert wickelte man den Tabak schließlich in Papier und erzeugte somit die ersten Zigaretten.

Der Siegeszug der Zigarette

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts trat die Zigarette ihren Siegeszug an. Die Zigarette war wesentlich milder zu genießen als die puren Tabakblätter. Auch Frauen frönten schließlich vermehrt dem Konsum von Tabak und Zigaretten. Im 20. Jahrhundert wurden die ersten Werbemaßnahmen für Zigaretten eingeleitet. Dieser Trend ging in erster Linie von den USA aus, wo man eine spezielle Tabakmischung mit dem Namen American Blend auf den Markt brachte. In dieser Zeit etablierten sich auch die großen und bekannten Zigarettenmarken, die man teilweise auch heute noch kennt.

Deutschland war in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts immerhin bereits einer der größten Importeure von Tabak. Rund 100.000 Tonnen Tabak wurden jährlich importiert. Der Großteil der Zigarettenraucher bestand jedoch aus Männern.

Ab den 1950er-Jahren wurde das Rauchen von Zigaretten schließlich als cool betrachtet. Immer mehr junge Menschen und vor allem junge Frauen griffen dabei verstärkt zur Zigarette. Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich das Bild gewandelt und Rauchen gilt heute als gesundheitsschädlich.

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